
Rabbiner Samuel Hirsch (Thalfang 1815 - Chicago 1889) war maßgeblich an der Entwicklung des Reformjudentums in Europa und den USA beteiligt. Der vorliegende Band ist die erste ausführliche Publikation über diese markante Persönlichkeit, deren Bedeutung der seiner Zeitgenossen Abraham Geiger und David Einhorn in nichts nachsteht.
Auf seinem Weg von Thalfang über Dessau und Luxemburg nach Philadelphia prägte Hirsch die gesellschaftlichen, religiösen und philosophischen Entwicklungen in vielfältiger Weise. Als er 1843 zum Oberrabbiner der jüdischen Gemeinde in Luxemburg ernannt wurde, hatte er bereits viele seiner wichtigsten religionsphilosophischen Werke geschrieben. In ihnen diskutierte er mit den Junghegelianern über die Bedeutung des Judentums, der Religion, die mehr als jede andere die menschliche Verwirklichung der Freiheit ermöglichte, die für Hegels Philosophie so zentral war.
Im Laufe der Zeit vertrat Hirsch eine zunehmend radikale Haltung zu Themen wie jüdischen Ritualen und Mischehe. Das Ziel seiner Reformen war nicht die Assimilation. Er wollte das Judentum stärken, um den Anforderungen der Moderne gerecht zu werden und sein Überleben in der modernen Zeit zu ermöglichen.
Hirschs Geschichte ist der Schlüssel zum Verständnis der transnationalen Geschichte des Reformjudentums und des Kampfes der Juden um ihren Platz in der Geschichte und der Gesellschaft.