
Symbolism
Diese Schwerpunktausgabe von Symbolismus wirft einen Blick auf die theoretische Gleichsetzung von Recht und Literatur und die ihr innewohnende symbolische Dimension.
Die Autorinnen und Autoren nähern sich dem Thema aus literatur- und buchwissenschaftlicher Perspektive und stellen das Potenzial der Literatur in den Vordergrund, ergänzend zu den unterschiedlichsten Gesetzen auf historischem, geographischem, kulturellem und räumlichem Hintergrund zu wirken. Die theoretische Grundlage, die hier gelegt wird, stellt also sowohl die Literatur als auch das Recht im engeren Sinne dar.
Die in diesem Sonderheft versammelten Artikel analysieren anglophone Literaturen von der Renaissance bis zur Gegenwart und decken die drei großen Gattungen Erzählung, Drama und Poesie ab. Die Beiträge befassen sich mit Fragen des psychoanalytischen Unterbewusstseins des Rechts, mit Urheberrecht und Zensur, mit literarischen Verhandlungen über koloniale und postkoloniale Territorialgesetze, mit der europäischen „Flüchtlingsdebatte“ und Migrationserzählungen, mit fiktionalen Debatten über den Klimawandel, mit zeitgenössischen feministischen Dramen und klassischen juristischen Erzählungen des 19. Jahrhunderts.
Der Band enthält zwei aufschlussreiche Analysen poetischer Texte mit besonderem Augenmerk auf die Tatsache, dass die Poesie in der Rechts- und Literaturforschung oft vernachlässigt wurde. Herausgeber des Schwerpunkts: Franziska Quabeck, Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Deutschland.