
Interpreting and Explaining Transcendence
In diesem Band nähert sich eine interdisziplinäre Gruppe von Wissenschaftlern mit Hilfe von Geschichte, Soziologie, Anthropologie und Semiotik der Transzendenz als menschlichem Phänomen und zeigt die Unvermeidbarkeit des Denkens mit und durch das Jenseits. Religiöse Erfahrung wurde oft als Begegnung mit einem transzendenten Gott definiert.
Doch der Mensch hat wohl schon immer versucht, über sich selbst und die Gesellschaft hinauszuwachsen. Der Drang, eine bestimmte Grenze oder Bedingung der Endlichkeit zu überschreiten, ist ein beständiger Aspekt der Kultur, selbst in einer „entzauberten“ Gesellschaft, die die meisten Zugangswege zum Jenseits abgeschnitten haben mag.
Die Autoren dieses Bandes demonstrieren die Menschlichkeit der Transzendenz auf verschiedene Weise: als Bemühen, über unsere grobe physische Materialität hinauszukommen; als spirituelles Unternehmertum; als Ekstase von Ritualen der Besessenheit; und als literarisches, ästhetisches und semiotisches Ereignis. Diese Bemühungen bauen auf der gemeinsamen Überzeugung auf, dass Transzendenz durch und durch menschlich ist, und vermeiden dementsprechend rein konfessionelle und parochiale Ansätze, während sie die verschiedenen Ansprüche und Verhaltensweisen von Traditionen ernst nehmen, in denen Transzendenz in theologischen Begriffen verstanden wurde.