Bewertung:

Das Buch „Jenny“ von Sigrid Undset ist eine tiefgründige Erkundung persönlicher Kämpfe, künstlerischer Bestrebungen und der Liebe vor dem Hintergrund des Roms des frühen 20. Jahrhunderts angesiedelt ist. Die Leser haben gemischte Gefühle zu den Themen Verzweiflung und moralischer Konflikt sowie zu dem Prosastil, der ein Gefühl der emotionalen Erstarrung vermittelt.
Vorteile:⬤ Lebendige und romantische Beschreibungen der Schauplätze, insbesondere Roms.
⬤ Reale und warmherzige Charaktere, die dem Leser ein Gefühl der Verbundenheit vermitteln.
⬤ Fesselnde Auseinandersetzung mit komplexen Themen wie künstlerischem Ehrgeiz und moralischen Dilemmata.
⬤ Starke Einblicke in die menschliche Verfassung und tiefes Nachdenken über Liebe und Leben.
⬤ Die Geschichte wird oft als düster und deprimierend beschrieben, mit einem Gefühl der Hoffnungslosigkeit, das die Hauptfigur umgibt.
⬤ Einige Leser empfanden die Prosa als flach oder gestelzt, möglicherweise aufgrund von Übersetzungsproblemen.
⬤ Die Dialoge wirkten langweilig und spiegelten die Persönlichkeiten der Figuren nicht wider.
⬤ Die Handlung mag manchen banal oder offensichtlich erscheinen, ohne viel Geheimnis.
(basierend auf 13 Leserbewertungen)
Als Jenny 1911 veröffentlicht wurde, sah sich Undset als unmoralisch bezeichnet - „dies ist eine Seite des freien, künstlerischen Lebens, die die große Mehrheit der Bürger lieber nicht kennen würde“. Der Roman erzählt die Geschichte von Jenny Winge, einer begabten norwegischen Malerin, die nach Rom geht, um künstlerische Inspiration zu suchen, aber letztlich ihre eigenen Ambitionen und Ideale verrät.
Nachdem sie sich auf eine Affäre mit dem verheirateten Vater eines potenziellen Freiers eingelassen hat, bekommt Jenny ein außereheliches Kind und beschließt, es allein aufzuziehen. Undsets Darstellung einer Frau, die nach Unabhängigkeit und Erfüllung strebt, ist mit einer unerschrockenen, klarsichtigen Ehrlichkeit geschrieben, die ihre Geschichte heute so fesselnd macht wie vor fast einem Jahrhundert.
Diese neue Übersetzung von Tiina Nunnally fängt den frischen, lebendigen Stil von Undsets Schreiben ein und stellt Passagen wieder her, die in der einzigen früheren, 1921 auf Englisch erschienenen Ausgabe ausgelassen wurden. Undset, die vor allem für ihre späteren historischen Romane bekannt ist, die im katholischen, mittelalterlichen Skandinavien spielen, entpuppte sich mit Jenny, ihrem ersten großen Roman, als schonungslose, mitfühlende und großartige Realistin, die Werke schuf, die zugleich durch und durch modern und von bleibendem Interesse sind.